Buchstabiertafel soll reformiert werden

Die Buchstabiertafel, die bis dato verwendet wird (http://www.u-schaecher.de/wp-content/uploads/2015/05/Tipps-f%C3%BCr-richtiges-Diktieren-1.pdf), hat sich im Laufe der Zeit immer mal wieder verändert. Nun steht eine neue Korrektur bevor. Ein Ausschuss des Deutschen Instituts für Normung arbeitet an einem Vorschlag, der die gesprochene Ansage zu schreibender Texte (DIN 5009 – Buchstabieralphabet) grundlegend modernisieren soll.

Buchstabiertafel wird reformiert

Anlass der Reform ist ein Hinweis des im Ausschuss sitzenden Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Michael Blume. Ihn stört, dass in der Tafel noch immer Relikte aus der Zeit der Nationalsozialisten stecken.

Bislang werden vor allem Vornamen („D“ wie „Dora“, E“ wie „Emil“) genutzt, 16 Männernamen und sechs Frauennamen. Künftig soll – geht man davon aus, dass die Neufassung Mitte 2022 umgesetzt wird – nur noch mit deutschen Städte- und Landschaftsnamen buchstabiert werden. So wird aus „Cäsar“ in Zukunft „Cottbus“ oder „Charlotte“ durch „Chemnitz“ ersetzt oder „Viktor“ durch „Vogtland”.

Die Expertenrunde, die seit Herbst 2020 an der Reform der Diktierhilfe arbeitet, orientiert sich an den Städtekürzeln für die Kfz-Kennzeichen mit nur einem Buchstaben, mit denen auch bereits andere Länder (z. B. Frankreich, Italien, Niederlande) gute Erfahrungen gemacht haben.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Verwendung der Buchstabiertafel der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) gewesen. Darin mangelt es aber an deutschen Sonderzeichen und Umlauten, etwa das “Sch” und das “Ö”. Außerdem bezweifelt der Ausschuss, dass „Québec“ für “Q” und „Zulu“ für “Z” für Deutsche einleuchtend sind.

Das reformierte Buchstabieralphabet soll 32 Buchstaben und Buchstabengruppen enthalten: von A wie Augsburg bis Z wie Zwickau, außerdem „Ch“ und „Sch“, „Eszett“ und die drei Umlaute “Ä, Ö, Ü”.